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Azubi goes international: Daniel in Japan

von DI.UNIT Azubi |Lesedauer ca. 5 Min.

Vier Wochen Tokio statt Berufsschule: DI.UNIT Azubi Daniel berichtet im Interview von seinem Auslandspraktikum in Japan – von langen Arbeitswegen, nächtlichen Streifzügen durch Tokio und einer Küche, die er so schnell nicht vergessen wird.

Von der Berufsschule ins Ausland

Bei DI.UNIT haben bereits mehrere Auszubildende die Gelegenheit genutzt, während ihrer Ausbildung ein Praktikum im Ausland zu absolvieren: Vancouver, Montréal und Dublin waren schon dabei.

Jetzt ging es für Daniel Reilecke (Azubi IT Anwendungsentwicklung) für vier Wochen nach Saitama in Japan.

Wie es ihm dort ergangen ist – beruflich wie privat – erzählt er im Interview:

Interview

Spektakuläre Landschaft am Giant’s Causeway: Unsere Azubi Daniel war beeindruckt

Wie genau ist das Auslandspraktikum an deiner Schule zustande gekommen?

An unserer Schule werden regelmäßig Auslandspraktika für etwa zehn Schüler angeboten. Die Auswahl erfolgte per Losverfahren. In der ersten Bewerberrunde wurde ich zunächst nicht gezogen und landete auf der Nachrückerliste. Zum Glück sprangen später noch zwei Schüler ab, sodass ich doch noch dabei sein konnte.

Wo warst du während deines Aufenthalts untergebracht?

Ich war in Saitama untergebracht, etwas nordwestlich von Tokio, etwa 15 Minuten von der nächsten Bahnstation entfernt. Wir wohnten in einem “Sharehouse” der Praktikumsorganisation. Wir waren zehn Schüler aus unserer Gruppe, dazu weitere Praktikanten und Studierende aus verschiedenen Ländern.

Die Zimmer waren zu zweit belegt, hatten aber immerhin einen eigenen Kühlschrank. Gemeinschaftsküche, Gemeinschaftsbäder und ein Wohnzimmer teilten wir uns.

Auslandspraktikum – für manche bedeutet das: Zuschauen, entspannte Aufgaben, viel Freizeit. Wie lief das bei dir ab?

Unsere Gruppe wurde auf drei verschiedene Unternehmen aufgeteilt. Mein Praktikum fand vollständig vor Ort statt, was mit täglich rund zwei Stunden Anfahrt mit drei verschiedenen Zügen verbunden war. Dann aacht Stunden Arbeit und anschließend wieder zwei Stunden Rückweg. Arbeitsbeginn war jeden Tag um 10 Uhr.

Da wir als Kurzzeitpraktikanten eingesetzt waren, hielten sich die konkreten Aufgaben in Grenzen. Im Vordergrund stand das Kennenlernen der Firma und ihrer internen Abläufe. Oft musste man selbst aktiv werden, um Aufgaben zu finden oder zugeteilt zu bekommen.

Hattest du neben der Arbeit dann überhaupt genug Freizeit, um das Land richtig zu erkunden?

Unter der Woche blieb dafür kaum Zeit, da die langen Arbeitswege einen Großteil des Tages in Anspruch nahmen. Die Wochenenden habe ich dafür umso intensiver genutzt. Ich bin durch verschiedene Stadtteile Tokios gelaufen, habe Geschäfte, Sehenswürdigkeiten und Schreine erkundet und war auf Tagesausflügen. Ein Highlight war für mich unter anderem der Berg Fuji.

Dank des exzellent ausgebauten Bahnnetzes ist man generell erstaunlich mobil. An manchen Tagen bin ich trotzdem auf 15.000 bis 20.000 Schritte gekommen.

Wie würdest du die Menschen in Derry beschreiben und gab’s etwas, das dich an ihrem Verhalten wirklich überrascht hat?

Die Menschen in Japan waren durchweg freundlich, gleichzeitig aber auch eher zurückhaltend. Wenn man jemanden um Hilfe gebeten hat, wurde einem sofort geholfen. Als wir einmal eine Mutter mit ihrem Sohn nach einem guten Sushi-Restaurant fragten, zeigten sie uns nicht nur etwas auf Google Maps, sondern wollten uns sogar persönlich dorthin begleiten.

Es gab aber auch andere Momente: Manchmal setzten sich Menschen in der Bahn von uns weg oder wechselten auf der Straße die Seite. Das Bild von Ausländern ist in Japan teilweise durch negative Erfahrungen geprägt. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, wirklich unfreundlich behandelt zu werden.

Saitama auf einen Blick

👥Einwohner: rund 122 Millionen

🌏Lage: Ostasien, im Pazifischen Ozean, keine direkten Landgrenzen zu anderen Staaten

🗣️Sprache: Japanisch (Amtssprache)

🕓Zeitzone: UTC+9 (JST)

🌦️Klima: subtropisch, milde Winter, heiße Sommer

🎭Typisch für Saitama: “Schlafstadt” von Tokio (viele pendeln von dort zum Arbeiten in die Stadt), Anime-Schauplätze, Bonsai-Kunst

Daniel in den leuchtenden Straßen von Tokio bei Nacht (Foto: Daniel Reilecke)

Was war dein persönliches Highlight – gibt es ein Erlebnis, das dir vermutlich immer in Erinnerung bleiben wird?

Mein größtes Highlight war das Erkunden der Tokioter Straßen am Abend. Die Menschenmassen, die Leuchtreklamen, die Energie der Stadt. Das war schon beeindruckend. Ein weiteres Highlight war der Kontakt zum Geschäftsführer der Praktikumsfirma: Durch ihn habe ich Seiten Japans kennengelernt, die fernab vom üblichen Tourismus liegen. Mit ihm und einem Kollegen bin ich und einige andere aus der Praktikumsgruppe bis heute noch in Kontakt.

Wie hast du dich vor Ort ernährt, ähnlich wie in Deutschland oder hast du auch mal landestypische Gerichte probiert?

Ich habe mich konsequent durch die japanische Küche gegessen, nach dem Motto: Pizza und Döner gibt es auch in Deutschland. Sushi, Ramen, Beef Bowls, Hotpot, Onigiri, japanische Süßigkeiten und Gebäck standen täglich auf dem Speiseplan.

Da Japan überraschend günstig ist, haben wir nie selbst gekocht und waren ausschließlich in Restaurants oder beim Convenience Store. Und ich habe wirklich alles probiert, was sich angeboten hat: Fischinnereien, Tintenfisch, Herz, Leber. Sachen, die lecker waren, welche ich in Deutschland nie angerührt hätte.

Fazit

Abschlussfrage – Wie fällt dein Fazit zu der Reise aus – und was würdest du anderen empfehlen, die ebenfalls nach Irland möchten?

Japan war seit Jahren ein Traum für mich und dieses Praktikum hat ihn Wirklichkeit werden lassen. Eine Reise dorthin ist es auf jeden Fall wert.

Meine wichtigste Empfehlung: Kommt mit einem Plan. Tokio alleine ist riesig und bietet so viele Möglichkeiten, dass man ohne Struktur schnell viel Zeit mit unnötigem Hin- und Herpendeln verliert. Wer sich vorab überlegt, was er wann und wo machen möchte, wird deutlich mehr mitnehmen können.

Ramen: japanische Nudelsuppe mit Weizenatkatnudeln, heißer Brühe und verschiedenen Einlagen (Foto: Daniel Reilecke)

Arigatō gozaimasu (vielen Dank), Daniel – für die offenen Einblicke und spannenden Geschichten aus dem Land der aufgehenden Sonne!

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