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Azubi goes international – Yannick in Dublin
Lesedauer ca. 5 Min.
Raus aus dem Klassenzimmer, rein ins Abenteuer: Drei Wochen Dublin! DI.UNIT-Azubi Yannick hat den Schritt gewagt - im Interview erzählt er, wie es dazu kam und was er in Irland erlebt hat.
In diesem Artikel

Von der Berufsschule ins Ausland
Bei DI.UNIT haben bereits mehrere Auszubildende die Gelegenheit genutzt und während ihrer Ausbildung ein Praktikum im Ausland absolviert: Von Vancouver bis Montréal – unsere Azubis haben schon spannende Erfahrungen rund um den Globus gesammelt.
Im Oktober 2025 hat sich auch der 25-jährige Yannick Bergmiller aus Buchdorf – Auszubildender zum Fachinformatiker für Systemintegration – dazu entschieden, die Chance auf einen Auslandsaufenthalt zu nutzen. In seinem zweiten Lehrjahr ging es also für drei Wochen nach Dublin, Irland.
Dublin auf einen Blick
👥Einwohner: rund 1,3 Mio.
🌏Lage: An der Ostküste der Insel Irland
🗣️Sprache: Englisch ( Amtssprache), Irisch
🕓Zeitzone: GMT+1 Stunden
🌦️Klima: Milde Winter, mäßige Sommer
🎨Typisch für Dublin: Ausgehviertel Temple Bar, Trinity Library, Stadtschloss Dublin Castle
Wie es ihm dort ergangen ist – beruflich wie privat – erzählt er im Interview:

Interview
Wie genau ist das Auslandspraktikum an deiner Schule zustande gekommen?
Ein Lehrer hat Anfang des Schuljahres dafür Werbung gemacht und ich habe sofort beschlossen mich zu bewerben. Insgesamt waren es dann 20 Schüler aus den Bereichen IT und Wirtschaft die mitdurften. Organisiert wurde alles vom Erasmus+ Programm der EU.
Wo warst du während deines Aufenthalts untergebracht?
Ich habe mit zwei Mitschülern bei einer Gastfamilie im Norden von Dublin gewohnt. Die Familie hatte ein für Irland sehr typisches Reihenhaus. Im Vergleich zu anderen Mitschülern hatten wir wirklich viel Glück. Wir hatten einen eigenen kleinen Bungalow mit Küche in deren Garten.
Auslandspraktikum – für manche bedeutet das: Zuschauen, entspannte Aufgaben, viel Freizeit. Wie lief das bei dir ab?
Viel Freizeit hatte ich nicht, aber die Arbeit an sich war nicht fordernd. Das lag größtenteils daran, dass ich in einem Geschäft gearbeitet habe in dem die Mitarbeiter wenig, bis gar keine Erfahrung und auch wenig Lust auf ihren Job hatten. Außerdem ist die Arbeitsmoral dort ganz anders. Ob man etwas gut oder schlecht erledigt hat, war vollkommen egal. Den Kunden war das aber anscheinend egal. Wahrscheinlich waren sie das gewohnt.
Hattest du neben der Arbeit dann überhaupt genug Freizeit, um das Land richtig zu erkunden?
Inklusive Hin- und Rückfahrt zum Arbeitsort waren mindestens 9 Stunden verplant. Das hieß Museumsbesuche oder größere Ausflüge mussten auf das Wochenende verschoben werden. Wenn man etwas vom Land sehen wollte, musste man sich tatsächlich ranhalten und nach einem Pub Besuch am Abend trotzdem am nächsten Morgen rechtzeitig aus dem Bett kommen.

Kannst du beschreiben, wie eine typische Woche während deines Aufenthalts ablief?
Die erste Woche waren wir jeden Tag in der Sprachschule. Dort haben wir aber keinen Englischunterricht gehabt, sondern wir haben viel über die irische Lebensweise, Kultur und die gälische Sprache gelernt. Außerdem wurden wir auf die kommenden 2 Wochen Betriebspraktikum vorbereitet.
In der zweiten und dritten Woche war jeder von uns in einem anderen Betrieb in Dublin untergebracht. Ich war in einem kleinen Elektronik Shop in Dún Laoghaire (Ausgesprochen: Dan Liery). Dort haben wir vor allem Ladekabel, Handyhüllen und Smartphones verkauft.
Wie würdest du die Menschen in Kanada beschreiben – und gab’s etwas, das dich an ihrem Verhalten wirklich überrascht hat?
Überraschend fand ich, dass die Menschen dort auch in Situationen, in denen sie deutlich genervt oder verärgert waren, trotzdem freundlich geblieben sind und ganz normal Smalltalk geführt haben.
Was war dein persönliches Highlight – gibt es ein Erlebnis, das dir vermutlich immer in Erinnerung bleiben wird?
Eigentlich die gesamte Zeit im Betrieb. Dort gab es so viele skurrile und einzigartige Momente die aus deutscher Sicht vollkommen unverständlich waren. Einmal war ein etwas genervter Kunde bei uns und wir hatten uns schon länger unterhalten. Bis dann mein Store Manager entschieden hat mitten im Gespräch aus dem Laden zu gehen und nicht mehr wieder auftauchte. Der Kunde und ich waren sehr überrascht. Eine Woche später gab es einen anderen Store Manager.
Wie hast du dich vor Ort ernährt – ähnlich wie in Deutschland oder hast du auch mal landestypische Gerichte probiert?
Unsere Gastfamilie hat wirklich sehr gut für uns gekocht. Landestypische Gerichte, die wir probiert haben sind Irish Stew (Eine Gemüsesuppe mit Rindfleisch) oder Shepards Pie (Mit Kartoffelbrei überbackenes Hackfleisch). Beides sehr lecker. Ansonsten viel Frittiertes. Ich habe mich also über jedes Obst und Gemüse dort gefreut.

Fazit
Abschlussfrage – Wie fällt dein Fazit zu der Reise aus – und was würdest du anderen empfehlen, die ebenfalls nach Kanada möchten?
Wer Guinness liebt und sehr gerne in Pubs geht, dem kann ich Dublin empfehlen. Ich persönlich finde, dass Dublin im Vergleich zu anderen europäischen Großstädten als Reiseziel aber weniger beeindruckend ist. Ich kann jedem, der die Chance auf ein Erasmus-Projekt hat, nur empfehlen, sie zu ergreifen. Als normaler Tourist erlebt man die Kultur eines fremden Landes nie so intensiv, wie ich es während meines Aufenthalts getan habe.
In diesem Sinne: Merci Yannick , für deine Zeit – und ein herzliches „Thank you“ für deine spannenden Geschichten und Einblicke aus dem Land des grünen Kleeblatts!