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Infobeitrag

Azubi goes international – Till in Kanada

von Daniel Hochberger |Lesedauer ca. 5 Min.

Vier Wochen Kanada statt Klassenzimmer – klingt spannend? DI.UNIT-Azubi Till hat sich getraut und war zum Praktikum in Montréal. Im Interview berichtet er, wie es dazu kam – und was er vor Ort spannendes erlebt hat.

Von der Berufsschule ins Ausland

Internationale Erfahrungen sammeln, neue Länder entdecken, fremde Kulturen kennenlernen und den eigenen Horizont erweitern – all das ist auch schon während der Ausbildung möglich.

Mittlerweile bieten viele Berufsschulen ihren Auszubildenden genau diese Möglichkeit – oft im Rahmen von Partnerschaften mit Unternehmen oder Bildungseinrichtungen vor Ort. Während ihres Aufenthalts absolvieren die Teilnehmenden in der Regel ein Praktikum oder vergleichbares.

Auch bei DI.UNIT haben in den vergangenen Jahren immer wieder Auszubildende diese besondere Chance genutzt: Ein ehemaliger Azubi reiste bereits nach Vancouver in Kanada und ein weiterer wird im Oktober für drei Wochen nach Dublin in Irland aufbrechen.

Vor Kurzem hat sich auch der 34-jährige Till Brack aus Bielefeld – Auszubildender zum Anwendungsentwickler im zweiten Lehrjahr – dazu entschieden, gemeinsam mit zehn Mitschülern die Chance auf einen Auslandsaufenthalt zu nutzen. Eigentlich war erst Chicago in den USA geplant – doch weil dort zusätzliche Unikosten angefallen wären und der Eigenanteil für die geförderte Reise dadurch deutlich höher geworden wäre, sprengte das laut eigener Aussage das Budget. Am Ende ging es deshalb für ihn für einen Monat nach Montréal – sein erster Besuch in Kanada.

Montréal auf einen Blick

👥Einwohner: rund 1,8 Mio.

🌏Lage: auf Insel im Sankt-Lorenz-Strom im Osten Kanadas

🗣️Sprache: Französisch (Amtssprache), Englisch weit verbreitet

🕓Zeitzone: MEZ –6 Stunden

🌦️Klima: Kalte Winter, warme Sommer, viel Schnee

🎨Typisch für Montréal: Altstadt (Vieux-Montréal), lebendige Kunst- und Musikszene, französisch geprägte Kultur

Wie es ihm dort ergangen ist – beruflich wie privat – erzählt er im Interview:

Montréal bei Tag – Foto: Till Brack

Interview

Wie genau ist das Auslandspraktikum an deiner Schule zustande gekommen?

An der Schule werden mehrere Fahrten ins Ausland angeboten – eigentlich gibt es auch schon eine Fahrt nach Kanada, genauer gesagt Vancouver. Organisiert wird das Ganze von einem Lehrer bei uns, der wohl gute Kontakte hat. Am Ende kam dann ein Austausch mit „International Experience Canada“ zustande – einer Organisation, die sonst vor allem französische Azubis vermittelt. Wir waren die ersten Deutschen, die über diese ein vermittelt wurden.

Wo warst du während deines Aufenthalts untergebracht?

Wir waren in einem Wohnturm mit 25 Stockwerken untergebracht, in dem vor allem Austauschschüler aus Europa wohnen. Der sah von innen aus, als wäre er in den 80ern sehr modern gewesen. Fand ich charmant.

Auslandspraktikum – für manche bedeutet das: Zuschauen, entspannte Aufgaben, viel Freizeit. Wie lief das bei dir ab?

Viel Arbeit! Wir wurden aufgeteilt und meine 5er-Gruppe hat für ein Finanzunternehmen die komplette IT eingerichtet. Es gab vorher einfach gar keine Infrastruktur, das heißt neben dem Beschaffen von Server und Datenbank habe ich persönlich noch eine Software entwickelt, um den Arbeitsprozess zwischen den sogenannten Salespersons (Vertriebsmitarbeiter) und dem Officemanager (Büroleiter) zu streamlinen (optimieren).

Hattest du neben der Arbeit dann überhaupt genug Freizeit, um das Land richtig zu erkunden?

Ich glaube, man braucht ein halbes Leben, um Montréal zu erkunden. Wir haben die Wochenenden sehr ausgekostet und haben jede Menge erlebt. Ich war ausschließlich in Montréal, was anderes habe ich nicht gesehen. Und habe bei weitem nicht alles entdecken können.

Montréal bei Nacht – Foto: Till Brack

Kannst du beschreiben, wie eine typische Woche während deines Aufenthalts ablief?

Von halb 10 vormittags bis 7 Uhr abends Arbeit, eine Stunde Mittagspause und vielleicht noch eine Shuffleboard-Pause. Im Wohnturm gab´s ein Gym, da war ich öfter mit meinem Zimmergenossen. Am Wochenende war ich auf Konzerten, in Museen, haben uns Hafen und Chinatown angeschaut, waren in einer Arcade-Halle, bouldern in einer Halle und (Alpin!-) Wandern auf dem wunderschönen Mont Réal – ein Berg mitten in der Stadt, der ihr auch den Namen gibt. Wirklich alles was man tun möchte ist erreichbar.

Wer’s nicht kennt: Shuffleboard ist ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem kleine Scheiben über eine glatte Tischplatte geschoben werden. Ziel ist es, möglichst viele Punkte zu erzielen – ähnlich wie beim Curling, nur in Miniatur.

Wie würdest du die Menschen in Kanada beschreiben – und gab’s etwas, das dich an ihrem Verhalten wirklich überrascht hat?

Unfassbar freundlich und offen. Wie freundlich, fand ich wirklich überraschend. Selbst wenn man seit zweieinhalb Wochen auf eine Serverbereitstellung wartet und beim Bereitsteller anruft, um sich massiv zu beschweren: Als Erstes stellt man sich vor – und fragt, wie es einem geht.

Was war dein persönliches “MontréalHighlight” – gibt es ein Erlebnis, das dir vermutlich immer in Erinnerung bleiben wird?

Das Konzert in einer geheimen Location – die coolste, die ich je gesehen habe (und glaubt mir, ich kenne ein paar).

Wie hast du dich vor Ort ernährtähnlich wie in Deutschland oder hast du auch mal landestypische Gerichte probiert?

Im Büro habe ich – weil Essen in Kanada sehr teuer ist – meist wie zuhause Haferflocken mit Erdnussbutter und Konfitüre gegessen. Sehr günstig und nahrhaft. Nach Feierabend war´s dann doch meistens Fastfood verschiedener Fastfoodketten. Da war auch mal eine Poutine dabei. Gibt’s dort sogar bei McDonalds.
Allerdings waren wir auch brunchen – da gabs fantastische Avocadotoasts oder Eier Benedict mit Kartoffelgratin, das beste Lachssandwich, das ich je gegessen habe und vieles mehr.

Zur Einordnung: Poutine ist ein kanadischer Fast-Food-Klassiker aus Pommes, Bratensauce und Käsebruch.

Pancakes, Poutine und Ahornsirup
Bild: KI-generiert

Fazit

Abschlussfrage – Wie fällt dein Fazit zu der Reise aus – und was würdest du anderen empfehlen, die ebenfalls nach Kanada möchten?

So ein Steckdosenadapter ist wirklich hilfreich! Lasst das langweilige TripAdvisor-Zeug einfach weg und stürzt euch ins echte Nachtleben – in die Clubs und Pubs, da passiert das Leben. Drei Sätze Französisch schaden auch nicht, aber alle können Englisch.

In diesem Sinne: Merci Till , für deine Zeit – und ein herzliches „Thank you“ für deine spannenden Geschichten und Einblicke aus dem Land des Ahornsirups!

Hinweis: Dieser Beitrag wurde von dem Auszubildenden Daniel Hochberger verfasst

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